Dominik Zehle
Werke
-
© Dominik Zehle; Foto: Julia Schambeck, München -
© Dominik Zehle; Foto: Julia Schambeck, München
Kunstwerke & Künstlerporträt
Dominik Zehle studierte Ende der 90er Jahre freie Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Heute lebt er am Bodensee, wo er auch weiterhin künstlerisch tätig ist. Sein zentrales Interesse gilt menschlichen Beziehungen und den Stimmungen, die alltägliche Begegnungen hinterlassen. Dabei arbeitet er bevorzugt mit intensiven Farbtönen und einem Ausdruck, der Elemente aus Comicästhetik, Graffitikultur und traditioneller Malerei miteinander verwebt.
Typisch für seine Werke ist, dass die Motive sich nicht sofort erschließen: Aus ineinander verschobenen Linien- und Farbstrukturen treten Figuren, Gesichtsfragmente oder Gegenstände nur zögerlich hervor – fast wie Gedankensplitter, die kurz aufblitzen. Betrachtende werden angeregt, eigene Verbindungen zu knüpfen und Bedeutung selbst zu formen. Zehles Bilder öffnen damit Räume für innere Dialoge und persönliche Interpretationen.
Das Werk „Sprung ins Kalte Wasser“ entfaltet eine Szenerie in kühlen Blautönen, durchzogen von architektonisch anmutenden Formen. In dieses Gefüge sind Teile von Körpern, abstrahierte Flächen und geschwungene Linien eingebettet, die ein Gefühl von Bewegung und Instabilität erzeugen. Zwischen vertikalen und horizontalen Farbbahnen erscheinen Kopf- und Schulterpartien, die an das Eintauchen in Wasser erinnern.
Der Titel verweist auf jene Schwelle, an der jemand sich zu einem mutigen Schritt entschließt – sei es beruflich oder privat. Die gebrochenen Perspektiven und die Mischung aus kalten Blau- und warmen Gelbtönen übersetzen den emotionalen Mix aus Nervosität, Hoffnung und Aufbruch in ein vielschichtiges Bildgefüge, das Besucherinnen und Besucher in dem APS an eigene Momente des Neubeginns denken lässt.
Im Gegensatz dazu wirkt „Beauty Case“ deutlich wärmer und unruhiger. Rottöne, Gelb und Orange prägen den Gesamteindruck, während zwischen ihnen Schubladen, Gefäße und maskenartige Gesichter schweben. Im Zentrum befindet sich eine Figur mit geschlossenen Augen, umgeben von einer dichten Ansammlung von Objekten – als würde sie in einer Flut aus Dingen, Rollenbildern und Erwartungen versinken.
Der Titel spielt auf den klassischen Kosmetikkoffer an und öffnet eine Reflexion über äußere Erscheinung und innere Realität. Das Zusammenspiel aus überlagerten Formen, vibrierenden Linien und einer fast überbordenden Detailfülle macht spürbar, wie viel Druck entstehen kann, wenn man einem bestimmten Bild entsprechen soll. Damit schlägt das Werk auch eine Brücke zu Fragen nach Identität, Leistungsanspruch und Echtheit, die im Unternehmensumfeld immer wieder auftauchen.