Die Kunstsammlung der Allianz schafft Raum für neue Perspektiven

Die Kunst gehört zum Menschen, um ihn voll zu machen, um ihm ein Gleichgewicht, die Harmonie zu geben, um dem verwirrenden Getriebe des Alltags begegnen zu können. Der Mensch wird durch den Umgang mit der Kunst auf sich selbst zurückgeführt.

Willi Baumeister – Antwort auf eine Umfrage des Süddeutschen Rundfunks SDR, 17.12.1952

Die Kunstsammlung der Allianz in Stuttgart hat eine spannende Reise hinter sich. Angefangen in den 1990er-Jahren im alten Standort im Buschle-Areal, bereichert sie heute das Arbeitsumfeld im neuen Allianz Park Stuttgart – und ist dabei bis heute ein starkes Symbol für Kreativität, Vielfalt und Teamgeist.

Schon früher im Buschle-Areal war klar: Kunst soll bei der Allianz nicht nur schön aussehen, sondern für alle da sein – für Mitarbeitende und Besucherinnen und Besucher. Sie sollte kein bloßer „Schmuck an der Wand“ sein, sondern Teil des Arbeitsalltags, etwas, das inspiriert und berührt.

Karkovius Ida, Garten in Hofheim, 1964, farbintensive, abstrahierte Gartenszene mit organischen Formen, Pflanzenmotiven und dekorativen Mustern in Grün‑, Blau‑, Rot‑ und Gelbtönen.
© Familien Archiv Kerkovius; Foto: Julia Schambeck, München
Ralf Fleck, Giverny 3/V, 1992, abstrakte Malerei mit dichter, pastoser Farbstruktur in Grau- und Grüntönen, ohne gegenständliche Motive.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

Der renommierte Kunsthistoriker Günther Wirth wurde damals damit beauftragt, eine Sammlung speziell für den Stuttgarter Standort aufzubauen. Ziel war, Kunst aus dem Südwesten zu zeigen – also aus der Region, in der viele von uns leben und arbeiten. So entstand eine beeindruckende Sammlung, die zeigt, wie vielfältig und lebendig das künstlerische Schaffen hier ist.

Die Werke stammen von Künstlerinnen und Künstlern, die in Baden-Württemberg leben, lehren oder ihre künstlerische Heimat gefunden haben – darunter bekannte Namen wie Willi Baumeister, Ben Willikens, Karl Georg Pfahler, Anita Wahl, Ida Kerkovius oder Lothar Quinte. Zusammen bilden sie ein buntes Panorama vom Realismus bis zur abstrakten Kunst – ein echter Mix aus Stilen, Ideen und Persönlichkeiten

Das Besondere: Die Werke hängen nicht im Museum, sondern mitten im Alltag – im Büro, im Besprechungsraum, im Treppenhaus oder beim Mittagessen im Mitarbeiterrestaurant. Kunst wird hier nicht „besucht“, sie ist einfach da – Teil unseres täglichen Weges. Manchmal bleibt man stehen, weil ein Bild oder eine Farbe einen Moment lang fesselt. Und genau das ist der Sinn: Kunst schafft Momente, in denen man kurz innehält, nachdenkt oder einfach lächelt.

Kunst eröffnet Räume – für Gespräche, Gedanken, neue Perspektiven. Sie erklärt nicht immer alles, aber sie lässt uns staunen.

Hajek, Otto Herbert, für Sankt Anna - Maichingen, geometrische Farbkomposition mit großem gelbem Kreis über vertikalen blauen und roten Rechteckformen, klar strukturiert auf hellem Grund.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
Baumeister Willi, Amenophis, 1950, Abstrakte Zeichen‑ und Farbkomposition mit schwarzen, braunen und blauen Formen, figurenähnlichen Symbolen und offenen Flächen auf hellem Grund.
© Willi Baumeister; Foto: Julia Schambeck, München
Chagall Marc, Der Zauberer von Paris, 1969, figurative Szene mit schwebenden Menschen, einer stehenden Gestalt und einer Pariser Stadtansicht, locker gezeichnet und zart koloriert.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

Für die Allianz hat diese Sammlung deshalb auch eine besondere Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass Arbeit mehr ist als nur Leistung: Es geht auch ums Fühlen, ums Wahrnehmen, ums Menschsein. Kunst bringt ein Stück Leichtigkeit in den Alltag zurück und schafft Orte, die nicht nur funktional sind, sondern Atmosphäre haben. Sie verbindet uns mit der Region und zeigt, wie viel Kreativität und Vielfalt hier steckt.

Denn Kunst bei uns ist ein Stück Baden-Württemberg – ernst, humorvoll, tiefgründig, mutig und eigenständig.