Kunstwerke

Sammlung Übersicht

  • Beauty Case

    Dominik Zehle

    Dominik Zehle, Beauty Case, 1997, abstrakt‑figurative Darstellung mit überlagerten Gesichtsformen, geöffneten Schubladen und kastenartigen Objekten in kräftigen Rot‑, Gelb‑ und Grüntönen.
    © Dominik Zehle; Foto: Julia Schambeck, München

    Im Zentrum des Bildes „Beauty Case“ (1997) befindet sich eine Figur mit geschlossenen Augen, umgeben von einer dichten Ansammlung von Objekten – als würde sie in einer Flut aus Dingen, Rollenbildern und Erwartungen versinken.
    Der Titel spielt auf den klassischen Kosmetikkoffer an und öffnet eine Reflexion über äußere Erscheinung und innere Realität. Das Zusammenspiel aus überlagerten Formen, vibrierenden Linien und einer fast überbordenden Detailfülle macht spürbar, wie viel Druck entstehen kann, wenn man einem bestimmten Bild entsprechen soll. Damit schlägt das Werk auch eine Brücke zu Fragen nach Identität, Leistungsanspruch und Echtheit, die im Unternehmensumfeld immer wieder auftauchen.

  • Sprung ins kalte Wasser

    Dominik Zehle

    Dominik Zehle, Sprung ins kalte Wasser, 1997, figurative Szene mit abstrahierten Menschenformen in Blau-, Gelb- und Orangetönen, architekturartige Bildräume.
    © Dominik Zehle; Foto: Julia Schambeck, München

    Das Werk „Sprung ins Kalte Wasser“ (1997) entfaltet eine Szenerie in kühlen Blautönen, durchzogen von architektonisch anmutenden Formen. In dieses Gefüge sind Teile von Körpern, abstrahierte Flächen und geschwungene Linien eingebettet, die ein Gefühl von Bewegung und Instabilität erzeugen. Zwischen vertikalen und horizontalen Farbbahnen erscheinen Kopf- und Schulterpartien, die an das Eintauchen in Wasser erinnern.
    Der Titel verweist auf jene Schwelle, an der jemand sich zu einem mutigen Schritt entschließt – sei es beruflich oder privat. Die gebrochenen Perspektiven und die Mischung aus kalten Blau- und warmen Gelbtönen übersetzen den emotionalen Mix aus Nervosität, Hoffnung und Aufbruch in ein vielschichtiges Bildgefüge, das Besucherinnen und Besucher in dem APS an eigene Momente des Neubeginns denken lässt.

  • Karussel

    Christoph Freimann

    Freimann Christoph, Karussel, 1996, abstrakte rote Stahlskulptur aus schräg gestapelten, kantigen Balken auf einem Sockel, dynamisch aus dem Gleichgewicht wirkend.
    © Christoph Freimann; Foto: Alex Thiel, München

    Das Werk „Karussell“ (1996) ist ein gutes Beispiel für Freimanns Herangehensweise. Die Skulptur besteht aus roten Stahlprofilen, die scheinbar spielerisch und doch genau ausbalanciert in alle Richtungen zeigen. Der Name „Karussell“ erinnert direkt an das bunte Wirbelgefühl, das man von Karussells kennt: Beweglichkeit, Energie und eine gewisse Leichtigkeit. Die Konstruktion bleibt dennoch stabil und zeigt deutlich den handwerklichen Anspruch des Künstlers.
    Beim Betrachten von „Karussell“ fällt sofort die starke Präsenz im Raum auf. Die Skulptur wirkt, als könnte sie sich jeden Moment bewegen – dabei steht sie fest und sicher auf ihrem Standort.

  • Giverny 3/V

    Ralph Fleck

    Ralf Fleck, Giverny 3/V, 1992, abstrakte Malerei mit dichter, pastoser Farbstruktur in Grau- und Grüntönen, ohne gegenständliche Motive.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Sein Gemälde „Giverny 3/V“ (1992) folgt genau diesem Ansatz und greift gleichzeitig kunsthistorische Fäden auf. Fleck hat in den 90er Jahren mehrmals den Garten von Claude Monet im französischen Dorf Giverny besucht. Jedoch zitiert er nicht Monets berühmten Garten, sondern übersetzt den Ort in ein dichtes Geflecht aus graugrünen, erdigen und hellen Schichten. Spuren von Wegen, Pflanzen oder Wasser tauchen nur als Andeutungen auf. Die Leinwand wirkt wie ein überwucherter Ort, an dem das Auge sich treiben lassen muss – Pinselspur für Pinselspur. So entsteht eine Atmosphäre, die an das flirrende Licht der Impressionisten erinnert, ohne sich in deren Stil einzunisten. „Giverny“ ist weniger eine naturgetreue Darstellung als ein Nachdenken darüber, wie man Natur heute malen kann, wenn man sich mutig und körperlich in die Farbe hineinlehnt.

  • Raum 75

    Ben Willikens

    Ben Willikens, Raum 75, 1991, leerer, architektonischer Innenraum mit hohen Pfeilern, Bögen und klaren Perspektiven in kühlen Grau‑ und Weißtönen.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Im ausdrucksstarken Gemälde „Raum 75“ (1991) rückt Willikens gezielt die perspektivische Tiefe und die strenge Architektur ins Zentrum des Bildgeschehens. Der dargestellte Innenraum ist klar strukturiert und öffnet sich dem einfallenden Licht – jedoch ohne sichtbare Figuren, ohne narrative Ablenkung.
    Räume existieren hier nicht nur als Bauwerke, sondern als Erfahrung. „Raum 75“ ist dadurch weit mehr als ein Bild an der Wand – es eröffnet dem Betrachter einen imaginären Raum der Vorstellungskraft.

  • Phasenschnitt 3

    Paul Uwe Dreyer

    Dreyer Paul, Phasenschnitt, 1990, abstrakte geometrische Komposition mit gelbem Mittelblock, grauen Flächen und farbigen diagonalen Linien.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Viele seiner Bildserien tragen Titel, die von Übergängen erzählen – etwa Schnitt, Passage, Staffelung oder Phase. Auch das Werk „Phasenschnitt 3“ (1990) aus der Allianz Kunstsammlung im Allianz Park Stuttgart gehört in diesen Kontext. Es zeigt deutlich, wie sehr ihn Zwischenräume interessierten: die Bereiche, in denen Hell auf Dunkel trifft, Ruhe auf Bewegung oder Offenheit auf Geschlossenheit. Genau diese Gegensätze machen seine Arbeiten so spannend – sie wirken streng konstruiert und bleiben doch voller Dynamik und Offenheit für eigene Interpretationen.

  • Haus im Ring

    Werner Pokorny

    Werner Pokorny, Haus im Ring, 1987, plastische Skulptur aus dunklem Metall: ein kantiger, hausförmiger Körper sitzt schräg innerhalb eines massiven, offenen Rings.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Die Skulptur „Haus im Ring“ (1987), die in dem APS steht, zeigt gut, wie Pokorny gedacht hat. Ein einfaches, fast zeichnerisch wirkendes Haus steckt in einem großen Stahlring. Das Haus ist bewusst reduziert – wie ein Symbol für „Daheim“. Der Ring hält es fest, gibt Stabilität, aber lässt trotzdem Bewegung zu: Das Haus könnte kippen oder sich drehen, bleibt aber immer im Schutz des Rings.
    Pokorny ging es aber nie nur um Architektur. Für ihn war das Haus eine Art Metapher: Es steht für Sicherheit und Geborgenheit, aber auch dafür, dass Schutz gleichzeitig Grenzen bedeutet. Der Ring wiederum kann für Zusammenhalt, Kreisläufe oder äußere Einflüsse stehen. Beides zusammen öffnet viele Deutungsmöglichkeiten.

  • Fassadenbild New York

    Rudolf Schoofs

    Schoofs Rudolf, Fassadenbild, New York, 1982, abstrakte Malerei mit dicht geschichteten, pastosen Pinselstrukturen in Grau‑, Schwarz‑ und Weißtönen, vereinzelt durch blaue und ockerfarbene Akzente durchbrochen.
    © Museum Goch Rudolf Schoofs-Nachlassarchiv; Foto: Julia Schambeck, München

    In seinem Gemälde „Fassadenbild New York“ (1982/83) setzt sich der Künstler auf eindringliche Weise mit dem urbanen Lebensgefühl auseinander. Anstelle einer naturgetreuen Darstellung architektonischer Elemente wählt der Künstler eine expressive und gestenreiche Malweise. Sein Hauptaugenmerk liegt darauf, die besondere Atmosphäre und Dynamik einer Großstadt zu erfassen.
    Im Mittelpunkt des Werks steht nicht die konkrete Gebäudestruktur, sondern ein Wechselspiel aus Grau- und Schwarztönen, energischen Linien und bewegten Flächen. Diese Elemente verleihen dem Bild sowohl Dichte als auch Bewegung – Verweise auf das unaufhörliche Treiben und die Vielfalt einer Metropole wie New York.

  • Zellengrundform mit Farbleitern

    Anton Stankowski

    Stankowski Anton, Zellengrundform,1977, abstrakte geometrische Komposition aus schräg angeordneten, farbigen Rechteckbändern, rhythmisch wiederholt auf hellem Grund.
    © Stankowski Stiftung; Foto: Julia Schambeck, München

    Wer sich die Werke in der Sammlung im Allianz Park Stuttgart anschaut, erkennt sofort Stankowskis Handschrift. Da gibt es starke Farbakzente, clevere geometrische Muster und Kompositionen, die wie kleine Denksportaufgaben wirken. Mal verlaufen schräge Linien quer über das Bild, mal tauchen Kreise auf, die bunt und kontrastreich gefüllt sind. Egal, wie exakt oder frei seine Werke sind – langweilig wird es nie.

  • K69

    Georg Karl Pfahler

    Pfahler,Georg Karl, K69, 1968, geometrische Farbflächen: blaue Grundform mit abgerundeten Ecken, darauf gelbe Rechtecke und eine kantige rote Form im Zentrum.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Pfahlers Werke in der Kunstsammlung zeigen eine deutliche Hinwendung zur konkreten Kunst und zu geometrischen Ausdrucksformen: Von den noch spontan gemalten, gestischen Formen im frühen „o.T.“ (1961) gelangte er bereits ein Jahr später zu seiner „Formativ“-Serie zu dem auch das Werk „Formativ Quart“ (1962) gehört. Dort tauchen erstmals die klar abgegrenzten Farbfelder und präzisen Formen auf, die für sein späteres Schaffen typisch werden. Farbe, Form, Raum und Oberfläche reduzierte er auf das Wesentliche – ein Ansatz, der sich im Werk „K69“ (1969) besonders deutlich zeigt.

  • Der Zauberer von Paris

    Marc Chagall

    Chagall Marc, Der Zauberer von Paris, 1969, figurative Szene mit schwebenden Menschen, einer stehenden Gestalt und einer Pariser Stadtansicht, locker gezeichnet und zart koloriert.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Besonders Dichter und Philosophen seiner Zeit scheinen seine Kunst intuitiv verstanden zu haben. Zusammen mit ihnen sowie Verlegern wie Vollard, Mourlot oder Tériade entstanden viele illustrierte Bücher und Mappenwerke. Dazu gehört auch die in der Kunstsammlung befindlichen Farblithographie “Le magicien de Paris (Der Zauberer von Paris)“ von 1969/70, gedruckt in der Werkstatt Mourlot in Paris. Chagall nutzte dieses Motiv sogar als Plakat für seine Ausstellung im Grand Palais 1969–70. Auf der Grafik sieht man eine hoch aufragende Figur vor einer angedeuteten Stadtlandschaft mit Eiffelturm und Notre-Dame. Das bunte Kostüm, die Blumen und die locker skizzierten Menschengruppen drum herum schaffen eine Atmosphäre, die an Fest, Zirkus und Magie erinnert – ganz typisch für Chagalls Mischung aus Alltag und poetischer Fantasie.

  • Poemes VII

    Marc Chagall

    Chagall Marc, Poemes VII, 1968, poetische, figurative Darstellung mit zwei stilisierten Gesichtern und Körperformen, überlagert von farbigen Linien und Flächen in Blau, Rot und Violett.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Der Farbholzschnitt „Pour ce jour (Für diesen Tag)“ gehört zur 1968 erschienenen Mappe Poèmes, die aus 24 farbigen Holzschnitten mit Gedichten besteht. Diese Publikation zählt zu Chagalls wichtigsten Künstlerbüchern der späten 1960er Jahre.
    Seine erzählerische, zugängliche Bildsprache begeistert auch Menschen, die sonst kaum Berührungspunkte mit moderner Kunst haben.

  • Schlitzbild vertikal blau, III/10

    Lothar Quinte

    Lothar Quinte, Schlitzbild, 1966, monochrome blaue Bildfläche mit schmalem, senkrechtem Schlitz in der Mitte, aus dem eine rote Linie sichtbar wird.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    In den 1960er-Jahren führte diese Suche zu den charakteristischen „Schlitzbildern“, zu denen auch das Werk „Schlitzbild blau“ aus dem Jahr 1966 gehört. Die Reduktion auf wenige Formen und Farben schafft einen meditativen Bildraum, in dem das Verhältnis von Linie und Fläche eine besondere Spannung erzeugt.
    Das „Schlitzbild blau“, welches einen prominenten Platz im Mitarbeiterrestaurant einnimmt, steht dafür beispielhaft: Die klare, ungegenständliche Komposition ermöglicht es, sich auf das Wechselspiel von Farbklängen, Ruhe und innerer Spannung einzulassen.

  • Ohne Titel – Max Ackermann

    Max Ackermann

    Ackermann Max, oT, 1965, abstrakte Malerei mit überlagernden vertikalen und gebogenen Formen in Blau‑, Grau‑ und Brauntönen, mit texturierter Oberfläche.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte Ackermann eine zunehmend farbzentrische Malerei. Großflächige Farbfelder – oft in vielschichtigen Blautönen – strukturieren seine Kompositionen. Prägend blieben weiterhin Goethes Farbenlehre und Hölzels theoretische Ansätze, die Ackermann in eine sehr persönliche, lyrisch-abstrahierende Bildsprache übersetzte. Das sich in der Kunstsammlung befindliche Gemälde „o.T.“ (1965) charakterisierend für diese Phase.

  • Garten in Hofheim

    Ida Kerkovius

    Karkovius Ida, Garten in Hofheim, 1964, farbintensive, abstrahierte Gartenszene mit organischen Formen, Pflanzenmotiven und dekorativen Mustern in Grün‑, Blau‑, Rot‑ und Gelbtönen.
    © Familien Archiv Kerkovius; Foto: Julia Schambeck, München

    Ihre Werke sind meist farbenfroh, lebendig und zugleich ruhig.
    Die Serigrafie „Garten in Hofheim“ (1964), gehört zu ihrem Spätwerk. Kerkovius war damals über achtzig, doch ihre Kunst wirkte weiterhin frisch und voller Energie. Das Bild zeigt einen Garten, der eher an eine erinnerte Landschaft erinnert als an eine naturgetreue Darstellung. Die Formen sind vereinfacht, die Farben klar und kräftig. Durch die Siebdrucktechnik entstehen deutliche Farbflächen, die zusammen ein harmonisches Gesamtbild ergeben.

  • Drei Tex

    Georg Karl Pfahler

    Pfahler, Georg Karl, Drei Tex, 1963, dreiteilige geometrische Komposition mit großen, gerundeten Farbformen in Blau, Rot und Gelb auf hellem Grund, nebeneinander angeordnet.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Auch wenn seine Kunst ungegenständlich erscheint, war sie keineswegs unpolitisch: Die frühen „Tex“-Bilder – darunter das beeindruckende Triptychon „Drei Tex“ (1963) – entstanden kurz nach dem Attentat auf John F. Kennedy, das Pfahler sehr beschäftigte. Der Titel verweist auf Texas, den Ort des Geschehens.

  • Formativ Quart

    Georg Karl Pfahler

    Pfahler, Georg Karl, Formativ Quart, 1962, geometrische Komposition aus vier schwarzen, abgerundeten Formen auf leuchtend rotem Grund, angeordnet in einem quadratischen Raster.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Pfahlers Werke in der Kunstsammlung zeigen eine deutliche Hinwendung zur konkreten Kunst und zu geometrischen Ausdrucksformen: Von den noch spontan gemalten, gestischen Formen im frühen „o.T.“ (1961) gelangte er bereits ein Jahr später zu seiner „Formativ“-Serie zu dem auch das Werk „Formativ Quart“ (1962) gehört. Dort tauchen erstmals die klar abgegrenzten Farbfelder und präzisen Formen auf, die für sein späteres Schaffen typisch werden. Farbe, Form, Raum und Oberfläche reduzierte er auf das Wesentliche – ein Ansatz, der sich im Werk „K69“ (1969) besonders deutlich zeigt.

  • Ohne Titel – Georg Karl Pfahler

    Georg Karl Pfahler

    Karl Georg Pfahler, OT, 1961, abstrakte Komposition mit drei großen schwarzen Farbflächen und einem breiten, waagerechten roten Streifen auf hellem Grund.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Pfahlers Werke in der Kunstsammlung zeigen eine deutliche Hinwendung zur konkreten Kunst und zu geometrischen Ausdrucksformen: Von den noch spontan gemalten, gestischen Formen im frühen „o.T.“ (1961) gelangte er bereits ein Jahr später zu seiner „Formativ“-Serie zu dem auch das Werk „Formativ Quart“ (1962) gehört. Dort tauchen erstmals die klar abgegrenzten Farbfelder und präzisen Formen auf, die für sein späteres Schaffen typisch werden. Farbe, Form, Raum und Oberfläche reduzierte er auf das Wesentliche – ein Ansatz, der sich im Werk „K69“ (1969) besonders deutlich zeigt.

  • Amenophis

    Willi Baumeister

    Baumeister Willi, Amenophis, 1950, Abstrakte Zeichen‑ und Farbkomposition mit schwarzen, braunen und blauen Formen, figurenähnlichen Symbolen und offenen Flächen auf hellem Grund.
    © Willi Baumeister; Foto: Julia Schambeck, München

    Baumeister wollte nicht die sichtbare Welt nachahmen, sondern eine eigene Sprache aus Zeichen und Formen entwickeln.
    Er interessierte sich stark für prähistorische Kunst, alte Kulturen aus Afrika und Asien sowie für die Bildwelt des Alten Orients und Ägyptens. Diese Quellen nutzte er, um Formen zu schaffen, die an Figuren, Symbole oder Ornamente erinnern. Viele wirken wie Mischwesen aus Mensch, Tier und Zeichen.
    Das Werk “Amenophis” (1950) zeigt seinen Ansatz besonders gut. Der Titel erinnert an die ägyptischen Pharaonen namens Amenophis oder Amenhotep. Baumeister ging es jedoch nicht um eine bestimmte historische Figur, sondern um die geheimnisvolle Ausstrahlung dieser alten Kultur.

  • Für Sankt Anna in Maichingen

    Otto Herbert Hajek

    Hajek, Otto Herbert, für Sankt Anna - Maichingen, geometrische Farbkomposition mit großem gelbem Kreis über vertikalen blauen und roten Rechteckformen, klar strukturiert auf hellem Grund.
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

    Ein schönes Beispiel für seine Form- und Farbwelt zeigt die Papierarbeit „Für Sankt Anna in Maichingen“ in der Kunstsammlung im Allianz Park Stuttgart. Hajek arbeitete besonders eng mit der katholischen Kirche zusammen, vor allem in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Neben der Serigraphie entstand auch in den 1980er Jahren ein Altarbild für die St. Anna Kirche. Die Komposition in der Serigraphie wirkt auf den ersten Blick abstrakt, doch Hajek spielte bewusst mit Symbolik. Es hat etwas Sakrales, aber ohne traditionelle religiöse Bildformeln zu verwenden – ein modernes, freundliches Bild, das Raum öffnet und zugleich Ruhe ausstrahlt. Hajeks Werke funktionieren oft genauso: Sie geben Impulse, ohne etwas vorzuschreiben.