Georg Karl Pfahler

Werke

  1. Pfahler, Georg Karl, Drei Tex, 1963, dreiteilige geometrische Komposition mit großen, gerundeten Farbformen in Blau, Rot und Gelb auf hellem Grund, nebeneinander angeordnet.
    Drei Tex, , Acryl auf Leinwand, 183 x 425 cm
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
  2. Pfahler, Georg Karl, Formativ Quart, 1962, geometrische Komposition aus vier schwarzen, abgerundeten Formen auf leuchtend rotem Grund, angeordnet in einem quadratischen Raster.
    Formativ Quart, , Acryl auf Nessel, 160 x 150 cm
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
  3. Karl Georg Pfahler, OT, 1961, abstrakte Komposition mit drei großen schwarzen Farbflächen und einem breiten, waagerechten roten Streifen auf hellem Grund.
    Ohne Titel – Georg Karl Pfahler, , Mischtechnik, 62 x 45 cm
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
  4. Pfahler,Georg Karl, K69, 1968, geometrische Farbflächen: blaue Grundform mit abgerundeten Ecken, darauf gelbe Rechtecke und eine kantige rote Form im Zentrum.
    K69, , Acryl auf Leinwand, 141 x 136 cm
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

Kunstwerke & Künstlerporträt

Karl-Georg Pfahler zählt zu den wichtigsten deutschen Vertretern der abstrakten Malerei und gilt als einer der Wegbereiter der Hard-Edge-Kunst in Europa. Geboren im fränkischen Emetzheim bei Weißenburg, ging er früh an die Kunstakademie Stuttgart, wo er ab 1950 bei dem bedeutenden Maler Willi Baumeister studierte, dessen Werk auch in der Kunstsammlung im Allianz Park Stuttgart zu sehen ist und somit dort – ganz im Sinne des kuratorischen Konzepts – die künstlerischen Strömungen und Verbindungen zwischen den präsentierten Positionen sichtbar gemacht werden.

Nach seinem Abschluss 1954 gründete Pfahler nur ein Jahr später gemeinsam mit Günther C. Kirchberger und weiteren Künstlern die „Gruppe 11“. Mit ihr entwickelte er sich zu einer prägenden Stimme der deutschen abstrakten Kunst in der Nachkriegszeit.

In Stuttgart kam es in den 1960er-Jahren – auch durch Künstler wie Lothar Quinte und Otto Herbert Hajek, die ebenfalls in der Sammlung im Allianz Park Stuttgart vertreten sind – zu einer deutlichen Hinwendung zur konkreten Kunst und zu geometrischen Ausdrucksformen.

Pfahlers eigenes Werk in der Kunstsammlung zeigt diese Entwicklung besonders gut: Von den noch spontan gemalten, gestischen Formen im frühen „o.T.“ (1961) gelangte er bereits ein Jahr später zu seiner „Formativ“-Serie zu dem auch das Werk „Formativ Quart“ (1962) gehört. Dort tauchen erstmals die klar abgegrenzten Farbfelder und präzisen Formen auf, die für sein späteres Schaffen typisch werden. Farbe, Form, Raum und Oberfläche reduzierte er auf das Wesentliche – ein Ansatz, der sich im Werk „K69“ (1969) besonders deutlich zeigt. Mit dieser klaren Bildsprache wurde Pfahler einer der wichtigsten Vertreter der Hard-Edge-Malerei im deutschsprachigen Raum und feierte schon Anfang der 1960er-Jahre international Erfolge.

Auch wenn seine Kunst ungegenständlich erscheint, war sie keineswegs unpolitisch: Die frühen „Tex“-Bilder – darunter das beeindruckende Triptychon „Drei Tex“ (1963) – entstanden kurz nach dem Attentat auf John F. Kennedy, das Pfahler sehr beschäftigte. Der Titel verweist auf Texas, den Ort des Geschehens.

1965 war Pfahler in der renommierten Basler Ausstellung „Signale“ vertreten, wo er neben internationalen Größen wie Ellsworth Kelly und Kenneth Noland gezeigt wurde. 1970 repräsentierte er gemeinsam mit Günther Uecker, Heinz Mack und Thomas Lenk die Bundesrepublik Deutschland auf der Biennale di Venezia. Heute hängen seine Werke unter anderem im Museum of Modern Art in New York, der Neuen Nationalgalerie in Berlin und im Kunstmuseum Stuttgart.

Von Fellbach bei Stuttgart aus, wo er viele Jahre lebte und arbeitete, schuf Pfahler ein international beachtetes Gesamtwerk, das durch seine konsequent komponierten Farbflächen und raumgreifenden Farbkörper bis heute wirkt.