Marc Chagall
Werke
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© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München -
© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
Kunstwerke & Künstlerporträt
Marc Chagall (1887–1985) zählt zu den bekanntesten „malenden Poeten“ des 20. Jahrhunderts. Mit seinen kräftigen Farben und seinem fast märchenhaften Stil entwickelte er eine sehr persönliche Form der modernen Kunst. In seinen farbigen Grafiken “Le magicien de Paris (Der Zauberer von Paris)“ und „Pour ce jour (Für diesen Tag)“ von 1968 mischt er Erinnerungen, Figuren und architektonische Elemente zu Bildern, die bis heute Menschen auf der ganzen Welt begeistern.
Chagall wurde 1887 im damals russischen Vitebsk (heute Belarus) in eine jüdische Familie hineingeboren. 1910 kam er zum ersten Mal nach Paris und tauchte dort in die avantgardistische Kunstszene der École de Paris ein. Hier formte sich sein unverwechselbarer Stil: kubistische Anklänge kombiniert mit Volkskunst, Träumen und Fantasie – schwebende Menschen, verliebte Paare, Dörfer aus seiner Heimat und Motive aus der Bibel.
Nach Aufenthalten in Russland und Berlin – wo er 1914 seine erste große Soloausstellung in der Galerie „Der Sturm“ hatte – zog es ihn in den 1920er Jahren dauerhaft nach Frankreich. Während des Zweiten Weltkriegs floh er in die USA, kehrte jedoch 1948 zurück und arbeitete bis ins hohe Alter an Gemälden, Fenstern, Wand- und Deckengestaltungen und zahlreichen grafischen Editionen.
Besonders Dichter und Philosophen seiner Zeit scheinen seine Kunst intuitiv verstanden zu haben. Zusammen mit ihnen sowie Verlegern wie Vollard, Mourlot oder Tériade entstanden viele illustrierte Bücher und Mappenwerke. Dazu gehört auch die in der Kunstsammlung befindlichen Farblithographie “Le magicien de Paris (Der Zauberer von Paris)“ von 1969/70, gedruckt in der Werkstatt Mourlot in Paris. Chagall nutzte dieses Motiv sogar als Plakat für seine Ausstellung im Grand Palais 1969–70. Auf der Grafik sieht man eine hoch aufragende Figur vor einer angedeuteten Stadtlandschaft mit Eiffelturm und Notre-Dame. Das bunte Kostüm, die Blumen und die locker skizzierten Menschengruppen drum herum schaffen eine Atmosphäre, die an Fest, Zirkus und Magie erinnert – ganz typisch für Chagalls Mischung aus Alltag und poetischer Fantasie.
Der Farbholzschnitt „Pour ce jour (Für diesen Tag)“ gehört zur 1968 erschienenen Mappe Poèmes, die aus 24 farbigen Holzschnitten mit Gedichten besteht. Diese Publikation zählt zu Chagalls wichtigsten Künstlerbüchern der späten 1960er Jahre.
Chagall blieb bis ins hohe Alter kreativ und hinterließ ein riesiges Werk, das heute in bedeutenden Museen weltweit zu sehen ist. Seine erzählerische, zugängliche Bildsprache begeistert auch Menschen, die sonst kaum Berührungspunkte mit moderner Kunst haben.