Max Ackermann

Werk

  1. Ackermann Max, oT, 1965, abstrakte Malerei mit überlagernden vertikalen und gebogenen Formen in Blau‑, Grau‑ und Brauntönen, mit texturierter Oberfläche.
    Ohne Titel – Max Ackermann, , Öl auf Leinwand, 65.5 x 51 cm
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München

Kunstwerk & Künstlerporträt

Max Ackermann zählt zu den prägenden Wegbereitern der abstrakten Malerei in Deutschland und zu einer zentralen Figur der Stuttgarter Moderne. Er wurde 1887 in Berlin geboren und begann seine künstlerische Laufbahn mit einer Ausbildung zum Porzellanmodelleur. Anschließend studierte er in Dresden und München, bevor er 1912 nach Stuttgart übersiedelte. Dort schloss er sich dem Kreis um Adolf Hölzel an, zu dem auch die Künstlerin Ida Kerkovius gehörte, die ebenfalls in der Kunstsammlung im Allianz Park Stuttgart vertreten ist. Hölzels Theorie von Farbe und Form wurde für Ackermann wegweisend und führte ihn dauerhaft zur ungegenständlichen, „absoluten“ Malerei.

Der Erste Weltkrieg unterbrach seinen frühen künstlerischen Werdegang, doch ab den 1920er-Jahren etablierte sich Ackermann in Stuttgart als freischaffender Künstler. In dieser Zeit entstanden sowohl figurative als auch abstrakte Arbeiten. Parallel dazu beschäftigte er sich intensiv mit Musik und Tanz, was seine Vorstellung einer „rhythmischen“ Bildarchitektur nachhaltig prägte. Diese Auseinandersetzung verlieh seinen abstrakten Kompositionen eine innere Bewegtheit, die bis in sein Spätwerk spürbar bleibt.

Bereits 1921 gründete Ackermann in Stuttgart eine Ausbildungswerkstatt für Neue Kunst; 1930 folgte ein Seminar für abstrakte Malerei an der Volkshochschule. Dort vermittelte er zahlreichen Schülerinnen und Schülern Grundlagen der Farbwirkung, des Bildaufbaus und der abstrakten Formensprache. Durch diese Lehrtätigkeit wurde er zu einer Schlüsselfigur der regionalen Avantgarde und prägte mehrere Künstlergenerationen und stärkte den Ruf Stuttgarts als Ort der Avantgarde neben Willi Baumeister und Oskar Schlemmer.

Die Zeit des Nationalsozialismus bedeutete einen tiefen Einschnitt: Werke Ackermanns wurden aus der Staatsgalerie Stuttgart entfernt und sein Atelier 1943 zerstört. Dennoch blieb er der abstrakten Kunst verpflichtet. Nach dem Krieg lebte und arbeitete er zwischen Bodensee und Stuttgart, bevor er 1957 dauerhaft nach Stuttgart zurückkehrte. Im selben Jahr verlieh ihm das Land Baden-Württemberg den Professorentitel.

In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte Ackermann eine zunehmend farbzentrische Malerei. Großflächige Farbfelder – oft in vielschichtigen Blautönen – strukturieren seine Kompositionen. Prägend blieben weiterhin Goethes Farbenlehre und Hölzels theoretische Ansätze, die Ackermann in eine sehr persönliche, lyrisch-abstrahierende Bildsprache übersetzte. Das sich in der Kunstsammlung befindliche Gemälde aus dem Jahr 1965 ist charakterisierend für diese Phase. Vergleichbare Arbeiten dieser Zeit werden in der Literatur oft als „Blauer Klang“ oder „Komposition in Blau“ bezeichnet – Begriffe, die den musikalisch-meditativen Charakter seiner Farbkomposition treffend beschreiben.

Viele Werke von Max Ackermann befinden sich in bedeutenden deutschen Museen, darunter das Städel Museum in Frankfurt und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, was seine überregionale Bedeutung eindrucksvoll belegt. Nach seinem Tod im Jahr 1975 fand Ackermann vielfältigen Eingang in das Stadtbild von Stuttgart und die regionale Erinnerungskultur, etwa durch nach ihm benannte Straßen und Staffeln sowie durch verschiedene Gedenkausstellungen. Auch seine kontinuierliche Präsenz auf dem Kunstmarkt verdeutlicht, dass Ackermann heute als eine der maßgeblichen Figuren der abstrakten Kunst im Südwesten anerkannt ist.