Werner Pokorny
Werk
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© VG Bild-Kunst, Bonn 2026 – 2027; Foto: Julia Schambeck, München
Kunstwerk & Künstlerporträt
Werner Pokorny war ein Bildhauer, der am liebsten mit Holz, Stahl und Bronze gearbeitet hat. Typisch für ihn ist das Hausmotiv – schlicht, klar und oft auf das Wesentliche reduziert. Seine Arbeiten findet man heute an vielen Orten, sowohl in Museen als auch im öffentlichen Raum. Pokorny wurde 1949 in Mosbach geboren, studierte später in Karlsruhe und unterrichtete schließlich selbst als Professor in Stuttgart.
Die Skulptur „Haus im Ring“ von 1987, die in dem APS steht, zeigt gut, wie Pokorny gedacht hat. Ein einfaches, fast zeichnerisch wirkendes Haus steckt in einem großen Stahlring. Das Haus ist bewusst reduziert – wie ein Symbol für „Daheim“. Der Ring hält es fest, gibt Stabilität, aber lässt trotzdem Bewegung zu: Das Haus könnte kippen oder sich drehen, bleibt aber immer im Schutz des Rings.
Pokorny ging es aber nie nur um Architektur. Für ihn war das Haus eine Art Metapher: Es steht für Sicherheit und Geborgenheit, aber auch dafür, dass Schutz gleichzeitig Grenzen bedeutet. Der Ring wiederum kann für Zusammenhalt, Kreisläufe oder äußere Einflüsse stehen. Beides zusammen öffnet viele Deutungsmöglichkeiten. Manche sehen in der Skulptur einen ruhigen Rückzugsort, andere eher etwas Fragiles.
Auch die Materialien sind bei Pokorny nie zufällig. Der schwere Stahl von „Haus im Ring“ wirkt robust und dauerhaft, gleichzeitig rau und ehrlich. Durch Licht und Schatten verändert sich der Eindruck immer wieder – trotz der klaren Formen bleibt die Skulptur lebendig.
Wer vor „Haus im Ring“ steht, fragt sich schnell selbst: Was bedeutet eigentlich Zuhause? Wo hört Schutz auf, wo fängt Freiheit an? Pokorny gibt keine fertigen Antworten – er lädt ein, die Skulptur zu umrunden, auf sich wirken zu lassen und eigene Gedanken zu entwickeln. Aus der Ferne wirkt das Werk kraftvoll und ruhig, aus der Nähe entdeckt man spannende Details und den Kontrast zwischen Innen und Außen.
Werner Pokorny engagierte sich intensiv in der Kunstszene – unter anderem als Mitglied im Deutschen Künstlerbund und im Künstlerbund Baden-Württemberg sowie in der Kunstkommission des Landes Baden-Württemberg. In beiden regionalen Gremien und auch im Kunstverein Wilhelmshöhe in Ettlingen übernahm er zeitweise das Amt des Vorsitzenden. Für seine künstlerische Arbeit wurde Pokorny mehrfach ausgezeichnet: 2013 erhielt er den renommierten Hans-Thoma-Preis, vier Jahre später folgte der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg.
Das vielseitige Lebenswerk von Pokorny ist geprägt durch eine Formsprache, die gleichermaßen archaisch und zeitgemäß wirkt. Viele seiner Skulpturen stehen heute an wichtigen Orten des öffentlichen Raums. Vor dem ZKM Karlsruhe, im Stadtgarten Ettlingen, in Offenburg, Frankfurt oder Stuttgart – begegnet man seinem künstlerischen Schaffen immer wieder.